Die BAU1 in Vogelsang – gemeinsam Vergangenheit erfahren und Gegenwart gestalten

Kurz vor den Osterferien besuchten 14 Bautechnik-Schüler des 1. Ausbildungsjahres die in der Eifel gelegene ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang und nahmen mit ihren begleitenden Lehrern Frau Heinzel und Herrn Stegmann an einem Projekttag der „Akademie Vogelsang IP“ unter dem Titel „Gegenwart gemeinsam gestalten“ teil. Dem Referenten Thomas Willems gelang es in den fünf Stunden dank eines abwechslungsreichen Programms, seines historischen Wissens und mit didaktisch-methodischem Geschick das Interesse der Teilnehmer für historisch-politische Bildung zu wecken.

Der „Internationale Platz Vogelsang IP“ auf dem Standort der früheren NS-Ordensburg Vogelsang sowie des ehemaligen belgischen Truppenübungsplatzes „Camp Vogelsang“ versteht sich als Forum für Erinnerungskultur sowie Gegenwarts- und Zukunftsfragen in einer sich dynamisch globalisierenden Welt. Vogelsang ist hierfür das beste Beispiel: Im vergangenen Jahrhundert hat der Standort eine Reihe gravierender Veränderungen durchlaufen – von der Nutzung als NS-Schulungszentrum in den Jahren 1936 bis 1939, über die Nachkriegsverwendung als britischer und langjähriger belgischer Truppenübungsplatz bis hin zur Verwandlung in ein „Freilichtmuseum“ mit qualitativ hochwertigem Bildungs- und Kulturprogramm seit 2005.

Für die Schüler der BAU1 galt es in Vogelsang zu erfahren, was zuvor im Politikunterricht thematisiert worden war: Dass extremistische Ausrichtungen damals (in der NS-Zeit) wie heute (in der Ausprägung als Rechts-. Links- und religiös motivierter Extremismus) das Leben einer Vielzahl von Menschen beeinflusst. Schwerpunktthemen des Projekttages waren die Geschichte der NS-Ordensburg Vogelsang, die Vertiefung sozialer und interkultureller Kompetenzen der teilnehmenden Schüler sowie eine handlungsorientierte Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und dessen Reflexion hinsichtlich der Relevanz für die heutige Zeit. Im Speziellen sollten die Schüler erfahren, welche Ideologie während der Junkerausbildung in der NS-Ordensburg Vogelsang in den Jahren vor dem zweiten Weltkrieg vorherrschte. Bei dem Projekttag lernten sie die Bedeutung Vogelsangs als „Täterort“ kennen und verstehen. Ebenso wertvoll war der aktive Austausch der Schüler untereinander, ihr gemeinsames nachdenken und handeln, um sich dadurch selbst zu erfahren. Mit Hilfe einer Power-Point-Präsentation zeigte Herr Willems den Schülern zum Einstieg Fotos von der NS-Ordensburg aus der Zeit während der Junkerausbildung (Gelände, Menschen vor Ort, Zukunftsplanungen für Vogelsang). Der weitere Teil des Projekttages bestand in Führungen durch das Innere der Gebäude (das ehemalige belgische Truppenkino, die ehemalige belgische Kaserne „Van Dooren“, die Burgschänke und die Hundertschaftshäuser der Junker) sowie über das imposante Außengelände (Adlerhof, Fackelträger und die Sportanlagen). Als sozial-kooperative Übungen in den Projekttag eingebunden waren eine Vorstellungsrunde zu Beginn, in der die Schüler den jeweils linken Sitznachbarn vorstellen sollten, was weniger einfach war, als es klang, eine „Blinden“-Führung zu zweit über das Außengelände sowie eine Gruppen-Kooperationsübung, nach der die gemeinsame Vorgehens- und individuelle Verhaltensweise reflektiert wurde.

Gegen 14:15 Uhr konnte dann auf einen sehr informativen und erlebnisreichen Projekttag zurückgeblickt werden – dank auf die Schülergruppe zugeschnittener Schwerpunktthemen, einem kompetenten Referenten und glücklicherweise trockener Witterung.